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Neuer Sonderforschungsbereich bewilligt: Krankheitsverläufe von Erkrankungen wie Depressionen oder Demenz besser vorhersagen und neue Therapieansätze entwickeln

Krankheitsverläufe besser vorhersagen und neue, auf die Beeinflussung von Zellnetzwerken basierende Therapieansätze entwickeln – das ist das Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am 15. Mai 2026 bewilligten Sonderforschungsbereichs (SFB)/Transregio (TRR) 460 „Dynamiken von immunologischer, glialer und neuronaler Netzwerkinteraktion“. Der SFB/TRR wird gemeinsam von zwei oder drei Hochschulen beantragt und ermöglicht enge Kooperationen zwischen den Hochschulen und den Forschenden sowie die gemeinsame Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Im Zentrum des SFB/TRR 460 steht dabei die Frage, wie sich Immunzellen, Gliazellen und Nervenzellen im Gehirn vernetzen und wie sich Zellnetzwerke bei Erkrankungen verändern. Die klinischen Forschenden untersuchen dabei insbesondere neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Depressionen und weitere neuropsychiatrische Erkrankungen wie Demenz. Es gilt zudem, herauszufinden, wie das menschliche Gehirn möglichst lange resilient gegen pathologische Veränderungen bleiben kann und ob inter-individuelle Unterschiede auf Netzwerkebene nachvollzogen werden können. Die Forschung leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Resilienzforschung, indem sie untersucht, wie Immun-, Glia- und Nervenzellen gemeinsam die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegenüber Stress, Entzündungen und Erkrankungen beeinflussen. Ein besseres Verständnis dieser Netzwerkdynamiken soll dazu beitragen, Schutzmechanismen des Gehirns zu entschlüsseln und neue Ansätze zur Prävention und Behandlung neurologischer sowie psychischer Erkrankungen zu entwickeln.

Entgegen der lang vorherrschenden Annahme, die Blut-Hirn-Schranke schirme das Gehirn vom Immunsystem ab und schütze so das Nervensystem vor Entzündungen, zeigt die bisherige gemeinsame Forschung aus Mainz und Münster, dass Immunzellen eng mit Nervenzellen und Gliazellen interagieren – u. a. in der Versorgung mit Nährstoffen oder beim Weiterleiten von Signalen. Mithilfe modernster Analyseverfahren, darunter Multiom-Analysen, die verschiedene molekulare Ebenen eines Organismus gleichzeitig untersuchen, Einzelzellsequenzierungen und hochauflösende Bildgebungsverfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und Magnetoenzephalographie (MEG), untersucht der neue SFB sowohl durch Daten von Patientinnen und Patienten, in künstlicher Umgebung im Reagenzglas als auch in Tiermodellen sowie mittels computergestützter Modellierungen, wie Zellnetzwerke gesunde Hirnfunktionen steuern und welche Veränderungen Krankheitsprozesse antreiben.

Die Sprecherschaft des SFB/TRR 460 hat Prof. Dr. Stefan Bittner, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz, inne. Co-Sprecherinnen und Co-Sprecher sind Prof. Dr. Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. Sven Meuth vom Universitätsklinikum Münster. Zudem sind sowohl die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Universität zu Köln und das Forschungszentrum Jülich beteiligt. Mit der Beteiligung von Prof. Dr. Janina Hesse vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), Prof. Dr. Marianne Müller seitens der Universitätsmedizin Mainz sowie Prof. Dr. Albrecht Stroh seitens des Universitätsklinikums Münster sind insgesamt drei dem LIR zugehörige bzw. affiliierte Arbeitsgruppenleitungen eingebunden.

Die DFG fördert das Projekt mit mehr als 12 Millionen Euro.

Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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